„Vom Chaos zur Ordnung –
Gedanken zur Entstehung der Ausstellung“

Werbung spricht die Bedürfnisse ihrer RezepientInen an und weckt in ihnen im besten Fall neue. Studierende des Lehrgangs Bildwissenschaft an der Donau-Universität Krems , Fachvertiefung Fotografie, sind als KuratorInnen der Ausstellung der Frage nachgegangen, wie sich die Kamerawerbung der letzten hundert Jahre präsentiert. Antwort geben sollten visuelle Zeugnisse, Werbeanzeigen in Zeitschriften.

Nicht die Beantwortung der Frage, mit welchen Mitteln in den Anzeigen für Kameras geworben wird, war Ziel des Arbeitsprozesses. Sondern es sollte vielmehr analysiert werden, welche formalen Kriterien, welche eingesetzten Gestaltungsmittel und welche Themen sich in den Anzeigen wiederholen.

Verschiedene deutschsprachige Zeitschriften der letzten 100 Jahre wurden dazu gesichtet und die enthaltenen Kamerawerbungen reproduziert. In Summe ergab sich ein Quellenbestand von rund 1200 Beispielen, wobei die Form der Kopien sehr heterogen ist: schwarz-weiß oder farbig, Recycling- oder Hochweiß-Papier, A4 oder andere Formate. Aus diesem Bestand wurden von den Studierende acht Themenkreise erarbeitet. Jede(r) BesucherIn der Ausstellung ist dazu aufgefordert, darüber hinaus gehend in dem präsentierten Bestand ihre/seine eigenen Themen zu finden.

So wird unter anderem die Darstellung der Frau in den Anzeigen untersucht, oder die Inszenierung technischer Innovationen. Wie funktioniert Kamerawerbung welche den Apparat nicht zeigt, wie manifestiert sich der Kreis als formales Element, wie wird ein Foto als solches im Bild sichtbar …? Pro Themenkreis werden zwischen drei und sieben Reproduktionen präsentiert. Textfragmente neben den Werbeanzeigen fungieren als assoziative Begriffe und begleiten die Bildreihen. Sie eröffnen der/m BesucherIn einen visuell-explorativen Zugang und die Möglichkeit, die Inhalte der einzelnen Bereiche für sich selbst zu entdecken.